Der Mieter – Die Rechte und Pflichten des Mieters im Überblick

Auch die Mieterrechte und -pflichten sind in der Schweiz im Obligationenrecht geregelt. Der Vermieter verpflichtet sich bei der Miete eine Mietsache zum Gebrauch zu überlassen. Im Gegenzug gehört es zu den Hauptpflichten der Mieterschaft, den im Mietvertrag vereinbarten Mietzins zum vereinbarten Termin zu bezahlen.

Inhaltsverzeichnis

Mieterpflichten im Überblick

Nach Schweizerischem Recht ist die Hauptpflicht des Mieters den vereinbarten Mietzins zu zahlen. Das muss aber nicht zwingend in Geld erfolgen. Auch die Überlassung einer Wohnung, um den Aufgaben als Hausmeister nachgehen zu können, ist erlaubt.

Generell wird der Mietzins immer am Ende des Monats bezahlt. Der Vermieter kann fristlos kündigen, wenn die Mieterschaft mit der Zahlung im Rückstand ist. Dafür müssen diese Bedingungen erfüllt sein:

  • in schriftlicher Form muss eine Zahlungsfrist gesetzt werden
  • die fristlose Kündigung muss angedroht werden
  • die Frist ist abgelaufen, ohne das eine Zahlung erfolgt ist.

Sind Reparaturen an der Mietsache notwendig, so ist die Mieterin oder der Mieter verpflichtet, die dafür notwendigen Arbeiten zu dulden. Voraussetzung ist, dass Mängel beseitigt werden oder Schäden vorgebeugt. Weiterhin ist die Mieterschaft verpflichtet, Besichtigungen des Vermieters zu dulden. Das ist im Zusammenhang mit einer Weitervermietung oder dem unterhalten der Wohnung vom Gesetz her so geregelt.

Sorgfaltspflicht des Mieters

Die Wohnung muss von der Mieterschaft mit Sorgfalt behandelt werden. Darüber hinaus sind die Mieterin und der Mieter verpflichtet, auf die Nachbarn Rücksicht zu nehmen. Die Verletzung der Sorgfaltspflicht kann eine fristlose Kündigung verursachen. Bei einer vorsätzlichen Verletzung der Wohnung ist der Mieter verpflichtet, dem Vermieter den Schaden zu ersetzen. Zu den Pflichten des Mieters zählt auch, die Mietsache in dem Zustand an den Vermieter zurückzugeben, in dem sie übernommen wurde. Mit gewissen Abnutzungserscheinungen und Schäden muss der Vermieter allerdings rechnen. Die übermässige Nutzung der Mietsache geht zu lasten der Mieterschaft. Gibt die Mieterin oder der Mieter die Wohnung zu spät zurück, so sind sie verpflichtet, den für diese Zeit angefallenen Mietzins zu zahlen.

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Mieter und ihre Rechte

Das Schweizer Mietrecht ist mieterfreundlich und so hat die Mieterschaft auch einige Rechte. Hat die Mieterin oder der Mieter die Mietsache übernommen, so können sie innerhalb von 30 Tagen den Mietzins anfechten. Dazu bedarf es folgender Voraussetzungen:

  • die Mieterschaft hat sich in einer Notlage befunden und musste den Mietvertrag abschliessen
  • in der Ortschaft herrscht Wohnungsnot
  • der Anfangszins wurde gegenüber dem vorherigen Mietzins stark durch den Vermieter erhöht.

Recht auf vorzeigte Rückgabe

Der Mieter hat das Recht, die Mietsache vorzeitig zurückzugeben, wenn er einen Nachmieter vorschlägt. Kündigungsfristen und -termine sind dann nicht einzuhalten. Der Nachmieter muss für den Vermieter zumutbar sein. Deshalb muss dieser in der Lage sein, den Mietzins zu zahlen und bereit sein, den Mietvertrag zu den gleichen Bedingungen zu übernehmen. Ist das der Fall, so ist der Mieter von seinen Verpflichtungen gegenüber dem Vermieter befreit. Verstößt die Kündigung des Vermieters gegen Treu und Glauben, so kann die Mieterschaft diese Kündigung anfechten. Das ist immer dann möglich, wenn:

  • der Vermieter den Mietvertrag einseitig anpassen will
  • der Mieter gezwungen werden soll, die gemietete Wohnung zu kaufen
  • ein Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit der Wohnung läuft
  • oder andere im Obligationenrecht genannte Situationen.

Angefochten werden muss die Kündigung innerhalb von 30 Tagen.

Das Recht auf Mietzinsreduktion

Weist die Mietsache einen Mangel auf, so kann die Mieterschaft einen Anspruch auf Mietzinsreduktion haben. Diese gilt für den gesamten Zeitraum, indem die Mieterin oder der Mieter mit dem Mangel leben muss. Die Mietzinsreduktion ist umso höher, je größer die Einschränkungen sind, die sich aus dem Mangel ergeben. Der Anspruch beginnt mit dem Tag, an dem der Vermieter Kenntnis über den Mangel erlangt.

Die Pflicht eine Mietsicherheit zu leisten

Wenn es zwischen dem Vermieter und der Mieterschaft im Mietvertrag vereinbart wurde, so ist eine Mietkaution als Mietsicherheit zu hinterlegen. Für private Personen darf die Höhe drei Monatsmieten nicht überschreiten. Für Gewerbeobjekte ist das Mietzinsdepot frei verhandelbar. Verwendung findet die Mietsicherheit, wenn die Mieterschaft mit dem Mietzins und den Nebenkosten im Rückstand ist. Auch können mit ihr die Reparaturkosten ausgeglichen werden, die einem Schaden entspringen, den der Mieter schuldhaft verursacht hat.

Kaution niemals in Bar hinterlegen!

Auf keinen Fall sollte die Zahlung der Mietkaution in bar erfolgen. Für das Mietzinsdepot ist ein Sperrkonto bei einer Schweizer Bank einzurichten. Das muss auf dem Namen des Mieters lauten und Zinsen bringen. Die Freigabe kann nur durch die Mieterschaft und den Vermieter gemeinsam erfolgen. Das dient dem Schutz der Mieterin und des Mieters, falls der Vermieter in den Konkurs geht.

Mieterrechte im Alltag

Gesetzlich ist der Mieterschutz im Obligationenrecht verbrieft. Darüber hinaus hat der Mieter oder die Mieterin aber noch folgende Rechte:

  • die Mietsicherheit in Raten zu hinterlegen
  • Gäste zu empfangen
  • Maklergebühren nicht zu zahlen
  • das Recht zu bestimmen, wer in die Wohnung darf
  • in Absprache mit dem Vermieter Mitbewohner aufzunehmen
  • einen Mangel an der Mietsache aufzuzeigen
  • einen Anspruch auf Mietminderung geltend zu machen
  • die Mietsache einzurichten.

Wie kann ein Anwalt für Mietrecht dem Mieter helfen?

Jeder Mieter, aber auch potenzieller Mieter kann sich bei einem Anwalt für Mietrecht genaue Informationen einholen und sich über seine Rechte und Pflichten beraten lassen. Dabei unterstützt er die Mieterschaft in allen Belangen. Treten Fragen in Bezug zu einem Mietvertrag oder Kündigung auf, kann ein Anwalt die Interessen der Mieterschaft vertreten. Ein erfahrener Anwalt für Mietrecht kann auch Sie beraten. Nutzen Sie das Angebot jetzt.

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FAQ: Mieter

Nach Schweizer Recht wird der Mietzins am Ende des Monats gezahlt.

Ein Mietzinsdepot ist nur dann zu hinterlegen, wenn es im Mietvertrag so vereinbart wurde. Sie beträgt für Privatpersonen maximal drei Monatsmieten.

Der Mangel muss dem Vermieter sofort angezeigt werden. Für die Dauer des Bestehens des Mangels kann eine Mietzinsreduktion vereinbart werden.

Ein Beitrag unserer juristischen Redaktion
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