Kündigungsschreiben für die Wohnung – Formvorschriften & Angaben

Endlich wurde eine größere Wohnung gefunden oder der Traumjob ist gefunden, allerdings in einer anderen Stadt. Die alte Wohnung wird nicht mehr benötigt und so gilt es nun entsprechend dem Schweizer Mietrecht form- und fristgerecht zu kündigen. Geregelt ist die Wohnungskündigung im Schweizer Obligationenrecht. Musterbriefe für die Kündigung der Wohnung sind im Internet zahlreich zu finden und werden dort zum kostenlosen Download angeboten. Doch bei einem Kündigungsschreiben gibt es noch mehr zu beachten.

Inhaltsverzeichnis

Das Kündigungs­schreiben der Wohnung vonseiten der Mieterschaft

Die Kündigungsfrist, die im Mietvertrag festgelegt wurde, ist in jedem Fall einzuhalten. Wurde kein Kündigungstermin im Mietvertrag fixiert, so gelten in einigen Kantonen die ortsüblichen Termine. Die Mieterin und der Mieter müssen in jedem Fall schriftlich kündigen. Das gilt auch für mündlich geschlossene Mietverträge.

Beim Vermieter muss das Kündigungsschreiben für die Wohnung am letzten Tag vor dem Beginn der Kündigungsfrist ankommen. Ratsam ist, das Kündigungsschreiben per Einschreiben zu versenden und die postüblichen Laufzeiten zu berücksichtigen.

Wer seinem Vermieter die Kündigung persönlich übergeben möchte, der sollte das Kündigungsschreiben in doppelter Ausführung erstellen und zum Vermieter mitnehmen. Das Doppel muss dann vom Vermieter unterzeichnet werden. Damit bestätigt er die Übernahme der Kündigung. Wichtig zu wissen ist auch, dass alle im Mietvertrag genannten Mieter die Kündigung unterzeichnen müssen, damit sie wirksam ist. Handelt es sich bei der Mieterschaft um ein Ehepaar, so müssen beide unterschreiben, selbst wenn nur einer Vertragspartei ist.

Einvernehmliche Lösung suchen

Sollte trotz aller Versuche kein Nachmieter gefunden werden, empfiehlt es sich den Kontakt zum Vermieter zu suchen und mit diesem eine einvernehmliche Lösung zu suchen. Oftmals ist ein gegenseitiges entgegenkommen möglich. Zögern Sie daher nicht ihrem Vermieter ein faires Angebot für beide Seiten zu unterbreiten und vereinbaren Sie eine derartige Übereinkunft immer schriftlich.

Erfolgt die Kündigung der Wohnung außerhalb der Kündigungsfrist der Wohnung, so muss die Mieterschaft einen Nachmieter suchen. Beim Nachmieter muss die Bereitschaft vorliegen, in den bestehenden Mietvertrag mit allen Rechten und Pflichten einzusteigen. In diesem Fall hat auch der Vermieter nicht das Recht, den Mietvertrag abzuändern. Gelingt es der Mieterschaft nicht, einen Nachmieter zu finden, so muss der Mietzins bis zum Ablauf der im Mietvertrag geregelten Kündigungsfrist weiter gezahlt werden.

Formvorschriften für das Kündigungs­schreiben der Wohnung seitens des Vermieters

Will der Vermieter das Mietverhältnis kündigen, so muss er dafür das vom Kanton genehmigte Formular nutzen. Tut er das nicht, ist die Kündigung nicht wirksam. Auch für den Vermieter ist es ratsam, dass Kündigungsschreiben per Einschreiben zu versenden. Das dient im Zweifelsfall als Beweis für die Zusendung. Handelt es sich bei dem Mietobjekt um eine Familienwohnung, so ist das Kündigungsschreiben für die Wohnung an beide Ehepartner separat per Post zu versenden.

Bei einer Wohngemeinschaft sind alle Mieter auf dem Kündigungsformular zu erwähnen. Der Vermieter hat das Recht, jedem einzelnen Mieter die Kündigung zuzusenden. Es ist im Zweifel auch ratsam, als Vermieter die Kündigung der Mietsache zu begründen. Die Mieterin und der Mieter haben das Recht, eine Anfechtung der Kündigung des Mietvertrages vorzunehmen. Die Möglichkeit besteht innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Zugang des Kündigungsschreibens. Auch die Erstreckung des Mietverhältnisses ist möglich.

Das Kündigungs­schreiben der Wohnung – die inhaltlichen Angaben

Spätestens beim Erstellen des Kündigungsschreibens für die Wohnung stellt sich für die Mieterin und den Mieter die Frage, wie das Kündigungsschreiben eigentlich zu verfassen ist. Dafür stehen viele kostenlose Musterbriefe für die Kündigung der Wohnung online zum Download bereit. Will man diese Möglichkeit nicht nutzen, so kann man das Kündigungsschreiben auch selbst verfassen. Schriftlich muss die Kündigung der Wohnung vonseiten des Mieters auf jeden Fall erfolgen. Im Kündigungsschreiben selbst müssen folgende Punkte genannt werden:

  • der Name und die Anschrift des Mietobjekts
  • die Aussage, dass die Wohnung gekündigt wird
  • eine Begründung für die Kündigung (nicht zwingend)
  • den Kündigungszeitpunkt
  • die Unterschrift alle Mieter (handschriftlich)
  • die Aufforderung an den Vermieter, die Kündigung zu bestätigen.

Das Kündigungsschreiben der Wohnung sicher versenden

Die sicherste Variante ist noch immer, das Kündigungsschreiben per Einschreiben zu versenden. Das gilt für Vermieter und Mieter gleichermaßen. Die Mieterschaft selbst ist dafür verantwortlich, dass das Kündigungsschreiben fristgerecht beim Vermieter ankommt. Bei einem Einschreiben erhält der Empfänger den Brief nur gegen eine Unterschrift oder eine Zustellgenehmigung. Ist das Kündigungsschreiben zugestellt, so gilt es als juristisch bewiesen, dass der Vermieter die Kündigung erhalten hat. Bei einem Einschreiben bestehen die folgenden Möglichkeiten:

  • Zusatzleistung eigenhändig: In diesem Fall wird das Kündigungsschreiben nur an die in der Adresse genannte Person ausgeliefert. Die Anforderung eines Rückscheins ist aber möglich.
  • Einschreiben mit Rückschein: Die Wohnungskündigung wird durch die Post persönlich zugestellt. Der Vermieter bestätigt den Empfang und der Mieter bekommt die schriftliche Bestätigung der Zustellung automatisch zugesendet.

Wer das Kündigungsschreiben in den Briefkasten des Vermieters wirft, sollte sicherstellen, dass ein Zeuge dabei ist. Dieser kann später im Zweifelsfall bestätigen, dass das Schreiben fristgerecht dem Vermieter zugestellt wurde. Im anderen Fall kann es schnell zu Streitigkeiten über den Zugang der Kündigung beim Vermieter kommen.

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Die Wohnung kündigen – Frist beachten

Das Schweizer Mietrecht verlangt die Einhaltung der Kündigungsfrist von beiden Vertragsparteien. Dafür sind die im Mietvertrag genannten Kündigungsfristen unbedingt einzuhalten. Generell beträgt die Kündigungsfrist mindestens drei Monate. Eine Ausnahme besteht nur bei möblierten Zimmern. Dort kann sie kürzer sein. Wurden im Mietvertrag keine Kündigungstermine genannt, so sind die ortsüblichen anzuwenden. Je nach Region und Kanton sind diese unterschiedlich. Ausschlaggebend für die fristgerechte Zustellung ist der Zugang beim Vermieter, also nicht der Poststempel. Eingerechnet werden müssen auch immer die Postlaufzeiten. Einen Werktag vor dem Beginn der Kündigungsfrist muss das Kündigungsschreiben beim Vermieter sein.

Die gesetzliche Kündigungs­möglichkeiten für den Mieter

Wer zum Beispiel aufgrund eines Ortswechsels früher als geplant aus seiner Wohnung ausziehen muss, für den kommt die ausserterminliche Kündigung in Betracht. In so einem Fall muss die Mieterschaft dem Vermieter einen Nachmieter stellen, der zahlungsfähig und zumutbar ist. Dieser tritt in den Mietvertrag mit allen Rechten und Pflichten ein. Der Vermieter kann 30 Tage lang prüfen, ob der Nachmieter dafür geeignet ist, die Verpflichtungen, die sich aus dem Mietvertrag ergeben, auch zu erfüllen.

Für den Mieter besteht auch die Möglichkeit der fristlosen Kündigung der Mietsache. Das ist insbesondere dann möglich, wenn sich das Mietobjekt nicht in einem vertragsgemäßen Zustand befindet. Das kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn die Heizung nicht funktioniert oder Ungeziefer vorhanden ist. Meist braucht es für eine solche Kündigung jedoch ein Gutachten von einem Sachverständigen, der unabhängig sein sollte. Das kostet jedoch. Akzeptiert der Vermieter diese Kündigung nicht, so kann er auf eine Frist zur Behebung der Mängel bestehen.

Für eine fristlose Kündigung ist eine rechtliche Beratung immer empfehlenswert. Bei einem Mietvertrag, der ohnehin befristet ist, steht bereits bei Abschluss des Mietvertrages fest, wann die Mieterschaft wieder auszieht. Eine Kündigung ist daher nicht erforderlich. Eine vorzeitige Auflösung des Mietvertrages ist nicht ohne triftigen Grund möglich und keiner der beiden Vertragsparteien gestattet. Auch mit dem Tod endet der Mietvertrag nicht automatisch. Das Mietverhältnis geht in diesem Fall auf die Erben über. Das Mietverhältnis ist dann von ihnen aufzulösen. Dabei ist die Kündigungsfrist einzuhalten. Damit ist der Mietvertrag unter Einhaltung der gesetzlichen Frist von drei Monaten oder aber dem ortsüblichen Kündigungstermin möglich.

So kann ein Anwalt für Mietrecht beim Kündigungs­schreiben helfen

Jeder, der ein berechtigtes Interesse hat, kann sich einen Überblick über das Schweizer Mietrecht verschaffen. Dafür empfiehlt es sich, einen Anwalt für Mietrecht zu rate zu ziehen. Dieser kann auch die Mieter- und Vermieterrechte in Bezug auf die Kündigung der Wohnung und das Kündigungsschreiben im Detail genau erklären. Sowohl der Mieter als auch der Vermieter können sich bei einem Anwalt für Mietrecht genaue Informationen über die Form, die Frist und den Inhalt eines Kündigungsschreibens einholen und sich natürlich auch beraten lassen. Dabei unterstützt der Anwalt immer beide Vertragsparteien. Treten Fragen zum Kündigungsschreiben auf, kann ein Anwalt die Interessen der Mieterschaft und des Vermieters vertreten. Ein erfahrener Anwalt für Mietrecht empfiehlt sich für beide Vertragsparteien. Deshalb ist es ratsam, seine Erfahrung zu nutzen.

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FAQ: Kündigungs­schreiben für die Wohnung

Die Kündigung des Mietvertrages muss auf jeden Fall schriftlich erfolgen. Das ist unabhängig davon, ob der Mietvertrag mündlich oder schriftlich geschlossen wurde. In jedem Fall sollte das Kündigungsschreiben in doppelter Ausfertigung vorliegen.

Sobald das Kündigungsschreiben beim Vermieter angekommen ist, wird der Mietvertrag aufgelöst. Eine Rücknahme gestaltet sich schwierig, denn die Rücknahme müsste gleichzeitig mit der Kündigung beim Vermieter eintreffen. Das dürfte selten möglich sein. In so einem Fall empfiehlt sich das persönliche Gespräch mit dem Vermieter.

Ein Beitrag unserer juristischen Redaktion
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Unsere Autoren erarbeitet jeden Artikel nach strengen Qualitätsrichtlinien hinsichtlich Inhalt, Verständlichkeit und Aufbereitung der Informationen. Auf diese Art und Weise ist es uns möglich, Ihnen umfassende Informationen zu unterschiedlichsten Themen rund um das Schweizer Mietrecht zu bieten, die jedoch keine juristische Beratung bei einem Anwalt für Mietrecht ersetzen können.

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